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Ein Spaziergang durch den Ort

MarktplatzWir starten an der Kirche, die  im Mittelpunkt des Ortes steht. Hier „Am Markt" kommen die Straßen aus Rheinsberg, Wittstock und Luhme/Zempow zusammen. Ihre Fahrbahnen wurden in den letzten Jahren nach historischem Vorbild mit Wildkopfsteinen neu gepflastert. Die Pflege der Bürgersteige und der angrenzenden Grünstreifen obliegt den Anwohnern, die sich dieser Aufgabe oft ebenso liebevoll widmen wie ihren eigenen Vorgärten. Das schlichte Gotteshaus aus dem Jahre 1775  besitzt eine Orgel aus dem Jahre 1903. Sie ist das letzte Werk des Neuruppiner Orgelbaumeisters Albert Hollenbach (1850-1904). In den Sommermonaten bietet die „offene Kirche" eine Ausstellung über den berühmten Berliner Architektur- und Vedutenmaler Eduard Gärtner (1801 - 1877), der seine letzten Lebensjahre in dem Fachwerkhaus vis-a-vis „Am Markt 7" verbrachte. Das über 200 Jahre alte Fachwerkhaus steht ebenso wie der benachbarte Hof in der Wittstocker Str. 20 unter Denkmalschutz.

 

Merian Stich, 17. Jh.

 

An der Nordseite der Kirche spendet eine mächtige Eiche ihren Schatten. Ihr Alter wird auf mehr als 200 Jahre geschätzt. Von der Eiche aus erblickt man am Ende der „Amtstrasse" das ehemalige Kloster. Obwohl offiziell noch immer von „Kloster" die Rede ist, haben die Mönche in dem großen zweigeschossigen Komplex nie gewohnt. Der ursprüngliche Mönchshof war schon 1306 einer Burgfeste gewichen, nachdem die Zisterzienser ihren Besitz an einen mecklenburgischen Fürsten veräußert hatten. Seine große Zeit erlebte das herrschaftliche Anwesen nach der Säkularisation im Jahre 1548, als die brandenburgischen Kurfürsten hier ein Residenzschloss für ihre Erbprinzen errichteten. Fast hundert Jahre lang hielten die Hohenzollern-Prinzen am Ufer des Schwarzen Sees Hof. Ein Merian-Stich aus dem 17. Jahrhundert gibt einen Eindruck von der imposanten Fürstenresidenz, die ihre vierstöckige Fensterfront dem See zuwandte. Nach 1640 wurde das Schloss nur noch als Amtshaus für die Verwaltung der königlichen Domäne genutzt. Die Hohenzollern ehrten Zechlin zum letzten Mal im Jahre 1817 mit ihrem Besuch. König Friedrich Wilhelm III feierte hier die Verlobung seiner Tochter Charlotte mit dem russischen Großfürsten Nikolaus. Das Schloss war bereits 1721 abgebrannt und durch den zweistöckigen Bau ersetzt worden, der heute, leer und verlassen, in einem verwilderten Garten dem Verfall preisgegeben ist. Bis zur Wiedervereinigung wurde das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, vom DDR-Justizministerium genutzt. Davor diente es zeitweise als Pfarrhaus und als Schule.

 

Luftaufnahme 

 

Rechts der Amtstraße kann man in einer ausgedehnten Gartenanlage mit vielen Sitzbänken den Blick über den Schwarzen See genießen. Wasserwanderer finden hier einen Bootsanleger sowie einen Boots- und Fahrradverleih. Wer den Weg zwischen Kloster und See weiter verfolgt, gelangt auf die Parkstraße, die zu einem gemütlichen Spaziergang rund um den Schwarzen See einlädt. Bevor der Rundweg den Kanal zum Großen Zechliner überquert, lohnt sich ein kurzer Abstecher an das Ufer des großen Sees. Die weite Wasserfläche ist im Sommer von zahlreichen Booten belebt. Nach der Überquerung der Brücke zweigt nach rund hundert Metern links ein Fußweg zum Badestrand am Großen Zechliner ab. Der Waldweg, der rechts  am Hangufer des Schwarzen Sees verläuft, führt zu einem lohnenden Aussichtspunkt. Von dort hat man einen schönen Blick auf Flecken Zechlin, das sich am  gegenüberliegenden Ufer ausbreitet. Der Waldweg mündet auf die „Kirschallee". Der Blick erstreckt sich bis zum Nachbarort „Dorf Zechlin". Nach links geht der Fahrweg zum Badestrand ab, rechts geht es zurück zum Ortseingang. Kurz nach der Einmündung in die Rheinsberger Straße hat man wiederum einen herrlichen Blick über den Ort und den Schwarzen See.

 

Neue Kanalbrücke 

 

 

Ortsansicht

 

 

Rheinsberger Straße